ProduktKI-ÜbersetzungLiteress

Wir lieben KI. Aber …

Wir arbeiten jeden Tag mit KI – und lesen jeden Tag, was die Leute darüber sagen. Hier erfahren Sie, wie Transept zu KI steht und nach welchen vier Regeln unsere KI arbeitet.

Mariia IvakhnenkoVitalii Vlasiuk
Mariia Ivakhnenko & Vitalii Vlasiuk6 Min. Lesezeit
Literess, Transept’s illustrated assistant, sits at a desk and stamps a page labelled “AI draft” with a red “Reviewed by human” stamp, while a small boxy robot holds out the next page and asks “Approve?”. Behind a sofa, a nervous stick figure in a “Human” T-shirt holds a sign that reads “AI will end us”. The title reads “AI drafts. You decide.”
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Zuerst ein Geständnis: Wir sind KI-Leute. Wir arbeiten seit Jahren mit Sprachmodellen, testen jedes neue noch in der Woche, in der es erscheint (manchmal mit Tabelle und Stoppuhr), und Transept gibt es nur, weil Vitalii jedes maschinelle Übersetzungstool an seinem Roman mit 120.000 Wörtern ausprobierte und keines davon seine Stimme bewahrte.

Wir lesen aber auch das Internet. Jeden Tag.

Was sagt das Internet über KI?

Sechs echte Reddit-Posts, Nutzernamen unkenntlich gemacht: „Ich kann mich nicht mehr gewählt ausdrücken, ohne dass man mir vorwirft, ChatGPT zu benutzen“ (r/ChatGPT); „KI lügt“, über einen Chatbot, der stundenlang ein Google Doc versprach (r/Teachers); „So fühle ich mich, wenn ich 2026 an meiner wackeligen Laufbahn als freiberuflicher Übersetzer festhalte“ (r/TranslationStudies); ein Maschinenhandbuch, in dem die KI-Übersetzung aus Druckluftleitungen Passagierfluggesellschaften machte (r/TranslationStudies); „~50 % der Top-50-Titel auf KDP sahen irgendwie nach KI aus“ (r/selfpublish); „KI hat mir meinen Job als Übersetzer genommen. Mit 39 fange ich von vorn an“ (r/TranslationStudies).

Echte Reddit-Posts, Nutzernamen unkenntlich gemacht. Die Links finden Sie in den Quellen am Ende.

Manches davon ist lustig. Ein Chatbot, der stundenlang ein Google Doc verspricht. Ein Maschinenhandbuch, in dem aus Druckluft eine Flotte von Passagierjets wird. Anderes ist überhaupt nicht lustig: Übersetzer, die Aufträge verlieren, Autorinnen und Autoren, deren eigene Sätze jetzt als „KI“ abgestempelt werden, Self-Publishing-Charts, die sich mit Massenware füllen.

Die Zahlen bestätigen die Stimmung. Die Hälfte der Erwachsenen in den USA sagt, KI im Alltag bereite ihnen eher Sorgen, als dass sie sie begeistere – 2021 waren es noch 37 % (Pew Research Center). In einer Umfrage der Society of Authors aus dem Jahr 2024 gaben 36 % der Übersetzerinnen und Übersetzer an, bereits Aufträge an generative KI verloren zu haben (European Writers’ Council).

Und was ist mit dem Weltuntergang?

Vier Karten aus der Weltuntergangsecke: Eliezer Yudkowsky im TIME Magazine, März 2023: „Schaltet alles ab“; ein Reddit-Post aus r/Futurology: „Ich sehe den Zug kommen und kann nichts dagegen tun“; das Buch „If Anyone Builds It, Everyone Dies“ von Eliezer Yudkowsky und Nate Soares, Little, Brown, September 2025; und die Website des MIRI: „Die KI-Branche rast auf einen Abgrund zu.“

Und dann ist da noch die Weltuntergangsecke. Eliezer Yudkowsky, der schon vor KI warnte, lange bevor die meisten von uns sie je benutzt hatten, schrieb 2023 im TIME Magazine, eine Pause reiche nicht aus, man müsse alles abschalten. 2025 veröffentlichte er gemeinsam mit Nate Soares ein Buch mit dem vermutlich unmissverständlichsten Titel der Verlagsgeschichte: If Anyone Builds It, Everyone Dies („Wenn es jemand baut, sterben alle“). Das von ihm mitgegründete Machine Intelligence Research Institute setzt sich inzwischen für ein weltweites Moratorium für die Entwicklung von Superintelligenz ein.

Wir bauen keine Superintelligenz. Wir bauen einen Übersetzungseditor.

Eine Idee aus der Weltuntergangsecke haben wir aber ernst genommen: Wer mit KI baut, sollte offen sagen, was sie darf und was nicht.

Wo steht Transept also?

Bei Transept entwirft die KI, ein Mensch entscheidet, und das Protokoll zeigt, was von wem stammt.

KI ist eine großartige Maschine für erste Entwürfe – und eine schlechte Autorin. Auf jeder Übersetzung steht ein Name, und dieser Name sollte einem Menschen gehören, der sie gelesen und geändert hat, was zu ändern war, und der für sie geradesteht.

Welche Hausregeln gelten?

Literess heftet ein handgeschriebenes Plakat mit dem Titel „Hausregeln für KI“ an eine Pinnwand, darauf vier abgehakte Zeilen: „Sie geben jede Änderung frei“, „Ihr Text trainiert nie eine KI“, „Wir sammeln Belege“ und „Keine Detektor-Tricks“. Darunter sitzt ein kleiner, kastenförmiger Roboter auf einem Hocker und macht sich Notizen.

  1. Sie geben jede Änderung frei. Literess, unsere KI-Lektorin, macht Vorschläge, und Sie nehmen sie an oder lehnen sie ab. Beim Korrekturlesen kommen die Verbesserungen einzeln, jeweils mit „Übernehmen“ und „Rückgängig“, und ein Workflow kann an einem Prüfschritt anhalten, bis ein Mensch ihn freigibt. Für alle, die sie einfach machen lassen wollen, gibt es den Schalter „Alles erlauben“ – und selbst dann wird jede Änderung, die sie vornimmt, als ihre ausgewiesen.
  2. Ihr Text trainiert nie eine KI. Weder unsere Modelle noch die unserer Anbieter. In jedem Tarif, auch im Free-Tarif.
  3. Wir sammeln Belege. Jedes Dokument hält fest, was die KI geschrieben hat und was Sie geändert, übernommen oder freigegeben haben. Vor jedem Export fragt Literess, ob Sie die Übersetzung vollständig gelesen haben. Und der neue Urheberschaftsbericht bringt all das auf eine Seite, Wort für Wort gezählt.
  4. Keine Detektor-Tricks. „Nicht erkennbar“ gibt es bei uns nicht zu kaufen. Fragt Ihr Verlag, Ihre Fachzeitschrift oder KDP, ob KI im Spiel war, sagen Sie Ja – und zeigen Sie, was Sie selbst darüber hinaus geleistet haben. (Die KI-Detektoren haben wir trotzdem getestet. Eine unterhaltsame Lektüre.)

Zwei weitere Regeln: Unser Team liest Ihre Dokumente im normalen Arbeitsalltag nicht, und Ihr Text taucht nie in unseren Logs auf.

Wie sieht so ein Beleg aus?

Die Zeichnung eines Urheberschaftsberichts für ein Kapitel, das aus dem Ukrainischen ins Englische übersetzt wurde: 58 % der Wörter stammen von der KI, 42 % von einem Menschen, 100 % der Absätze wurden von einem Menschen geprüft, und die Aktivitätsliste zeigt die Übersetzung der KI, die Änderungen des Menschen, die angenommenen und abgelehnten Korrekturen sowie seine Bestätigung, die gesamte Übersetzung gelesen zu haben.

Das ist der Urheberschaftsbericht: der Anteil der Wörter, die die KI geschrieben hat, der Anteil, den Sie geschrieben oder geändert haben, die Absätze, die ein Mensch geprüft hat, und Ihre datierte Freigabe. Er dokumentiert, wie der Text entstanden ist – ein KI-Detektor ist er nicht. Und er ist die ehrliche Antwort auf die Frage „Haben Sie wirklich selbst daran gearbeitet?“ Im Free-Tarif sind zwei Berichte enthalten, in jedem kostenpflichtigen Tarif so viele, wie Sie brauchen.

Wo kann ich die ausführliche Fassung lesen?

Mehr darüber, wie wir mit all dem umgehen, lesen Sie auf unserer neuen Seite Ethische und verantwortungsvolle KI: was mit Ihrem Text geschieht, welche Anbieter ihn zu sehen bekommen, was wir nicht tun und was die KI-Verordnung der EU (AI Act) von veröffentlichten KI-Texten verlangt.

Wir sind nach wie vor KI-Enthusiasten. Unsere Begeisterung fährt nur lieber angeschnallt.

Mariia und Vitalii

Quellen

Autoren

Mariia Ivakhnenko
Mariia IvakhnenkoMitgründerin

Mitgründerin von Transept. Drei Abschlüsse in englischer Sprache und Literatur – Kyiv, Ostrava und ein Jahr in Salzburg – und gebürtige Ukrainerin, die den Großteil ihres Schreiblebens auf Englisch verbringt. Kam als Prompt Engineer zur KI, dann Produkt- und Lifecycle-Marketing. Sie schreibt halbfiktionale Geschichten über echte Menschen und kreist immer wieder um die Frage, was zwischen Sprachen verloren geht.

Vitalii Vlasiuk
Vitalii VlasiukMitgründer

Mitgründer von Transept, schreibt unter dem Pseudonym „Mevkh“. Ein Abschluss in Sprache und Literatur, dann der Wechsel zur Software: Senior AI Engineer, der produktive LLM-Funktionen für 50.000+ Nutzer bereitstellt – RAG, agentenbasierte Tools, LLM-as-Judge-Evaluierung. Ein Romanautor auf dem langsamen Weg, mit 120.000 Wörtern satirischer Romantasy in der Schublade. Die Reibung zwischen KI-Übersetzung und seiner eigenen Prosa hat das Ganze ins Rollen gebracht.